Blog

Das Ikigai Modell

Wer will ich sein oder das Ikigai Modell

Ich möchte dir ein Modell ans Herz legen, welches ich gerne schon früher in meinem Leben gekannt hätte. Gerade in frühen Jahren der beruflichen Orientierung nach der Schule und im Studium, hätte ich mit dem Modell vermutlich ein stärkeres Fundament und einen Kompass an der Hand gehabt. Da es für die Frage „wer will ich sein?“ nie zu spät ist, ist das Modell daher zu jederzeit wertvoll. Denn wer du morgen bist, steht noch nicht fest und kann von dir (neu) gedacht und gestaltet werden.

Das japanische „Ikigai“ besteht aus vier Elementen, die zu innerer Zufriedenheit (jap.: Ikigai) führen, wenn sie erfolgreich in deinem Leben integriert sind und in einem ausbalancierten Verhältnis zueinanderstehen. Ihm liegt zu Grunde, dass verschiedene Dimensionen bei der eigenen Verwirklichung eine Rolle spielen sollten. Stehen diese teilweise im Ungleichgewicht sind wir nicht im Einklang, schöpfen nicht unser vollständiges Potential aus, bringen uns nicht mit unseren ganz eigenen und wertvollen Fähigkeiten zur Entfaltung und dienen damit der Welt auch nur bedingt. Und wir alle kennen es, wenn wir z.B. Tätigkeiten nachgehen, die uns keine Freude bereiten und in denen wir außerdem nur wenig Sinn sehen. Der Welt und den Herausforderungen, vor denen wir stehen, ist nicht gedient, wenn wir „klein spielen“, wir uns von Maßstäben anderer (z.B. Eltern) an „einen guten Job“ leiten und in eine Form stecken lassen, die nicht unserer wahren Wesensnatur entspricht.

So war es z.B. bei mir der Fall, ich war mit 17 sehr unsicher und habe mich stark von meiner Mutter beeinflussen lassen. Verstehe mich nicht falsch, sie hat es in jedem Fall gut gemeint und wollte mich bei dieser nicht ganz so einfachen Entscheidung der Berufswahl, bestmöglich unterstützen. Die Wahrheit ist aber, dass ich mich stärker auf meinen eigenen inneren Kompass hätte verlassen müssen und auch können. Stattdessen war ich stark geprägt von den Annahmen meiner Mutter, die aus ihrer ganz eigenen Sicht, einen guten Job ausmachen und was wichtig und richtig ist zu tun (erst einmal eine Ausbildung um etwas in der Tasche zu haben und keinen sozialen Job, weil man da ja schlecht verdient und keine guten Arbeitszeiten hat).

Die Aufgabe der Eltern ist es meiner Meinung nach, die Kinder zu bestärken, sie dabei zu unterstützen ihr eignen Lösungen zu finden und ihnen z.B. wie dieses Modell, etwas an die Hand zu geben, damit diese eine Unterstützung der nachhaltigen und tiefen Art erfahren.

Damit nun genug der Einleitung, lasse uns dein Ikigai finden und stelle dir folgende Fragen:n

 

1 Passion und Leidenschaft
  • Was macht dir richtig Spaß und begeistert dich?
  • Bei welchen Tätigkeiten entwickelst du ein enormes Durchhaltevermögen, weil du vor Ideen und Enthusiasmus nur so sprudelst?
  • Welchen Tätigkeiten bist du als Kind schon gerne nachgegangen?
  • Bei welcher Tätigkeit verlierst du Raum und Zeit und könntest dich stundenlang darin verlieren?
2 Berufung
  • Welchen Hobbies gehst du nach?
  • In was bist du besser als die meisten andern?
  • Worin liegen deine ganz persönlichen Talente? Was kannst du richtig gut?
  • Gibt es Fähigkeiten, die auf den ersten Blick vielleicht wenig bedeutsam wirken?
3 Mission
  • Welche Themen bewegen dich und erfüllen einen tieferen Sinn?
  • Wovon bist du zu tiefst überzeugt?
  • Wenn du für einige Zeit auf einer einsamen Insel wärst, was würde dir wohl fehlen?
  • Wem oder wo würdest du besonders fehlen und warum?
4 Beruf
  • Mit welchen Tätigkeiten lässt sich Geld verdienen? 
  • Kannst du mit dem was du magst und gut kannst so viel verdienen, dass es deine Erwartungen an ein gutes Leben deckt?
  • Wie gut stehen die Chancen am Arbeitsmarkt? Wie zukunftsträchtig ist die Tätigkeit?

Nun findest du deine ganz eigene Schnittmenge. Sortiere deine Antworten und lege das zusammen, was sich vereinen lässt.

Einige Hinweise zur Durchführung: Nehme dir ausreichend Zeit, begebe dich in eine ruhige und entspannte Atmosphäre und widme dich den Fragen. Danach legst du die Übung für einige Tage weg, schaue erneut darauf und ergänze was dir im laufe der Zeit noch eingefallen ist. Gebe dir die Zeit und den Raum, die das Modell zum Reifen braucht. Außerdem kannst du Personen, die dir nahe stehen einige ausgewählte Fragen stellen, um so deinen Blick zu weiten – so nehmen Freude ggf. Fähigkeiten wahr, die du selbst noch nicht an dir erkannt hast.

Viel Freunde mit der Suche nach deinem „wer will ich sein“.